5. September – 17. Oktober 2026

Movements in Remaining Areas

Doris Frohnapfel & Heide Nord

Eröffnung: 4. September, 18 – 21 Uhr
DC OPEN
Sa., 5. September, 13 – 19 Uhr
So., 6. September, 13 – 17 Uhr

Die gemeinsame Ausstellung von Doris Frohnapfel und Heide Nord vereint zwei an unterschiedlichen Orten gebundene Projekte, die sich mit Landschaften des Rohstoffabbaus auseinandersetzen. Im Mittelpunkt stehen zum einen die Braunkohletagebaue des Rheinischen Reviers zwischen Jüchen, Keyenberg, LützerathManheim, Morschenich, Nierderzier und Indendie letzten, aber größten und tiefsten Braunkohletagebaue, deren Erschließung um 1900 begann und die Entstehung der ersten Brikettfabriken nach sich zog. Zum anderen richtet sich der Blick auf den Eisenerzabbau in Kiruna in der Provinz Lappland im nördlichsten Teil Schwedenseinem der weltweit größten Abbaugebiet seiner Art.
 

Doris Frohnapfel entwickelte ihr Projekt „Zwischen leeren Meeren“ in Folge ihrer zahlreichen Field Trips – zu Fuß und mit dem Fahrrad – entlang der Gruben Garzweiler I und II, Hambach und Inden. Die dörflichagrarisch und bewaldet geprägte Landschaft wurde großräumlich devastiert. Seit den 70er Jahren wird dieser tiefgreifende Eingriff von Protestbewegungen begleitet und fotografisch wie künstlerisch dokumentiert – ein Diskurs an den Frohnapfel mit ihren Arbeiten anknüpft. Fundstücke aus der Zone und ihr Video über die „Transformatorin“ als Figur innerhalb der Infrastruktur des Gebiets setzen einen paradigmatischen hilflosen Impetus in Szene. Ergänzt werden diese Arbeiten durch fotografische Serien einerTransformationslandschaft, die in Verbindung mit Aquarellen in einen globalen Kontext gestellt werden. 

Heide Nords künstlerische Recherche in Kiruna entstand während ihres Arbeitsstipendiums des Kulturamts der Stadt Leipzig (2024). Daraus entwickelte sie das Projekt Parallel Time, in dem sie sich mit Landschaft, Rohstoffabbau, Satellitensignalen sowie Formen wissenschaftlicher Bildproduktion und technischen Bildsystemen auseinandersetzt. Ihre Installation aus Objekten, Fotografien, Malerei, Objekten und einem Video, bewegt sich zwischen Wissenschaft, Dokumentation, Spekulation und Sciences-FictionNord betrachtet gleichermaßen die Landschaft und den Kosmos und erzählt von Infrastrukturkritik, Bergbau, Raumfahrt und nichtmenschlichen Akteuren in Systemen der Kontrolle und Erkundung.